Stellenanzeigen schalten Sie über Jobbörsen wie Stepstone und Indeed, über die kostenfreie Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und über die eigene Karriereseite. Zuerst schreiben Sie eine klare, AGG-konforme Anzeige, wählen passende Plattformen und richten dann ein Bewerbermanagement ein, das Eingänge schnell und DSGVO-konform bearbeitet.
Welche Plattformen es gibt und wofür sie sich eignen
Jede Plattform hat eigene Stärken und Preismodelle. Die Angaben unten sind eine Orientierung, die Konditionen ändern sich, daher sollten Sie aktuelle Preise direkt beim Anbieter prüfen.
- Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit: Veröffentlichung in der Regel kostenfrei (aktuelle Konditionen prüfen), hohe Zahl an Arbeitsuchenden, aber Anzeigen können in der Masse untergehen
- Indeed: kostenlose Basisanzeigen sind möglich, Sichtbarkeit lässt sich über bezahlte Optionen erhöhen
- Stepstone: kostenpflichtig, traditionell stark bei Fach- und Führungskräften
- XING und LinkedIn: Stellenanzeigen plus Direktansprache, gut für Berufserfahrene
- Branchen- und Regionalportale: geringere Reichweite, aber oft passendere Zielgruppe
- Eigene Karriereseite: sinnvolle Basis, weil viele Kanäle dorthin verlinken
Stellenanzeigen schalten: Ablauf in fünf Schritten
Der Ablauf ist bei fast allen Portalen ähnlich: Sie legen ein Konto an, erfassen die Anzeige, wählen ein Paket, prüfen die Vorschau und schalten frei. Die genauen Schritte und Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Anbieter, achten Sie deshalb auf die Hinweise des jeweiligen Portals.
- Stelle klären: Anforderungsprofil, Gehaltsrahmen, Ansprechperson und Starttermin festlegen
- Anzeige schreiben: Titel, Aufgaben, Profil und Angebot nach der Struktur unten
- Plattform wählen: ein kostenloser Kanal plus gegebenenfalls eine bezahlte Jobbörse
- Vorschau prüfen: Darstellung am Smartphone, Bewerbungsweg und Datenschutzhinweis testen
- Freischalten und beobachten: Laufzeit notieren, Klicks und Bewerbungen pro Kanal auswerten
So ist eine gute Stellenanzeige aufgebaut
Eine Anzeige muss in Sekunden zeigen, ob die Stelle passt. Beginnen Sie mit einem präzisen Titel, der den gängigen Berufsbegriff enthält, denn danach suchen Bewerber. Direkt darunter gehören Ort, Arbeitszeit und, wenn möglich, eine Gehaltsspanne. Danach folgen Aufgaben, Anforderungen und Angebot in kurzen Listen.
- Titel: gängiger Berufsname plus Zusatz wie Standort oder Teilzeit, mit (m/w/d) oder in neutraler Form
- Einstieg: zwei Sätze, was die Person erwartet und warum die Stelle spannend ist
- Aufgaben: drei bis sieben konkrete Punkte
- Profil: nur Muss-Kriterien, Wünsche getrennt
- Angebot: Gehalt oder Spanne, Arbeitszeit, Homeoffice, Entwicklung
- Bewerbungsweg: ein Klick oder kurzes Formular, Ansprechperson mit Namen
Rechtliche Hinweise: AGG und DSGVO
Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz dürfen Anzeigen niemanden wegen geschützter Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Herkunft benachteiligen. Deshalb nutzen Anzeigen Formulierungen wie (m/w/d) oder geschlechtsneutrale Titel und verzichten auf Altersvorgaben sowie auf Formulierungen wie „junges Team“, die als Indiz für eine Altersdiskriminierung gewertet werden können. Die Grundlage ist § 11 AGG: Ein Arbeitsplatz darf nicht unter Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot ausgeschrieben werden. Verstöße können Entschädigungsansprüche auslösen, die genaue Bewertung hängt vom Einzelfall ab.
Für die Bewerberdaten gilt die DSGVO. Sie müssen Bewerber über Zweck, Speicherdauer und Rechte informieren und Daten nach dem Verfahren fristgerecht löschen. Wie lange Sie Absagen aufbewahren dürfen, sollten Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Kanzlei klären, denn Regeln und Praxis unterscheiden sich je nach Land, Branche und Fall.
Bewerbermanagement: vom Eingang bis zur Zusage
Bewerbermanagement bedeutet, alle Bewerbungen strukturiert zu erfassen, zu bewerten und zu beantworten. Kleine Teams starten oft mit Tabellen und einem Postfach, stoßen aber bei mehreren Stellen schnell an Grenzen. Ein Bewerbermanagementsystem, auch ATS genannt, bündelt Eingänge, Status, Termine und Löschfristen an einem Ort.
- Zentrale Erfassung aller Kanäle, damit keine Bewerbung verloren geht
- Feste Status wie neu, Telefonat, Interview, Angebot, abgesagt
- Vorlagen für Eingangsbestätigung, Einladung und Absage
- Zugriffsrechte nur für Beteiligte
- Automatische Erinnerung an Löschfristen
- Auswertung: Herkunft der Bewerber und Zeit bis zur Besetzung
Checkliste vor dem Veröffentlichen
Ein kurzer Check spart später Korrekturen und Streuverluste. Lesen Sie die Anzeige einmal auf dem Smartphone, denn dort sehen die meisten Bewerber sie zuerst, und prüfen Sie den gesamten Weg bis zur Bewerbung selbst durch.
- Titel enthält den gängigen Berufsbegriff und ist AGG-konform formuliert
- Gehalt oder Spanne und Arbeitsort sind genannt
- Bewerbung ist mobil in wenigen Minuten möglich
- Datenschutzhinweis nach DSGVO ist verlinkt
- Ansprechperson ist namentlich genannt
- Eingangsbestätigung und Antwortfristen sind intern geklärt
- Auswertung ist vorbereitet: Herkunft der Bewerbungen pro Kanal
Häufige Fehler bei Stellenanzeigen
Die häufigsten Probleme sind zu lange Anforderungslisten, interne Fachbegriffe, fehlende Angaben zum Gehalt und Bewerbungswege mit vielen Pflichtfeldern. Auch doppelt veröffentlichte Anzeigen mit abweichenden Texten auf verschiedenen Portalen verwirren Interessenten. Halten Sie eine zentrale Fassung und passen Sie nur Kleinigkeiten an.
Kosten senken und Wirkung erhöhen
Teurer ist nicht automatisch besser. Beginnen Sie mit kostenlosen Kanälen und Ihrer Karriereseite, ergänzen Sie bezahlte Plattformen gezielt für schwer zu besetzende Stellen und messen Sie, woher qualifizierte Bewerber kommen. Bringt eine Anzeige keine passenden Bewerbungen, ändern Sie zuerst Titel und Gehaltsangabe, bevor Sie mehr Budget einsetzen. Dokumentieren Sie außerdem, welche Anzeige zu welcher Einstellung geführt hat. Nach einigen Besetzungen sehen Sie, welche Plattformen für welche Berufsgruppen taugen, und können Budget gezielter verteilen.
Wenn Anzeigen allein nicht genug Kandidaten bringen, ergänzt SmartHire die Suche über Social Recruiting und liefert vorgefilterte Kandidaten in Ihr ATS oder an Ihre Recruiter, erste Profile in der Regel nach zwei bis fünf Tagen. SmartHire ersetzt Ihr Bewerbermanagementsystem nicht und ist keine Personalüberlassung.
Was kostet es, Stellenanzeigen zu schalten?
Das reicht von kostenlos, etwa in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit und mit Basisanzeigen bei Indeed, bis zu bezahlten Paketen. Preislisten einzelner Portale nennen für eine Laufzeit von 30 Tagen teils drei- bis vierstellige Nettobeträge, bei großen Jobbörsen wie Stepstone hängt der Preis vom Paket ab. Fragen Sie deshalb ein aktuelles Angebot an. Rechnen Sie zusätzlich den internen Zeitaufwand für Texterstellung, Sichtung und Rückmeldungen ein.
Wie lange sollte eine Stellenanzeige online sein?
Das hängt vom Portal und Ihrem Bedarf ab. Üblich sind Laufzeiten von mehreren Wochen. Prüfen Sie nach der ersten Zeit, ob Klicks und Bewerbungen ausreichen, und passen Sie Titel oder Text an, statt die Anzeige unverändert laufen zu lassen.
Muss ich in der Stellenanzeige das Gehalt nennen?
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (2023/970) war bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umzusetzen. Sie sieht vor, dass Bewerber das Einstiegsgehalt oder die Gehaltsspanne spätestens vor dem Vorstellungsgespräch erfahren; die Anzeige ist dafür der einfachste Weg. Ab wann und in welcher Form das in Deutschland und Österreich verbindlich gilt, hängt von der nationalen Umsetzung ab, die Schweiz ist als Nicht-EU-Staat nicht direkt betroffen. Prüfen Sie den aktuellen Stand rechtlich. Unabhängig davon macht eine Gehaltsspanne Anzeigen für Bewerber transparenter.
Brauche ich ein Bewerbermanagementsystem?
Bei wenigen Einstellungen genügt manchmal ein gut geführter Prozess mit klaren Vorlagen. Sobald mehrere Stellen parallel laufen oder mehrere Personen mitentscheiden, spart ein System Zeit und erleichtert die Einhaltung von Löschfristen nach der DSGVO.
Was bedeutet m/w/d in Stellenanzeigen?
Die Abkürzung steht für männlich, weiblich, divers und soll deutlich machen, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen. Alternativ sind geschlechtsneutrale Berufsbezeichnungen möglich. Wichtiger als die Abkürzung ist, dass der gesamte Text niemanden ausschließt.
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